Deutschland hat keine Lust mehr auf Güterzüge

Dazu sind mehrere Erklärungen vorher nötig.

  • die Bahn findet kaum noch Bewerber, die geistig oder körperlich – auch nur ansatzweise – für eine Ausbildung und spätere Prüfung geeignet sind. Bei der S-Bahn Stuttgart ist man – selbst mit sehr teuren Leihlokführern von Fremdfirmen – nicht mehr in der Lage, alle Züge zu fahren – > Folge Züge und ganze Strecken fallen aus -> Busverkehr für Reisende < – trotz steigender Lohnkosten – Lokführer.
  • wenn Junglokführer die Ausbildung und Prüfung beim DB Konzern bestehen, gehen sie immer öfter zu Privatbahnen, die dann die Lokführer TEURER an die DB zurückvermieten
  • die Jungen Menschen wollen heute immer weniger nachts und / oder am Wochenende arbeiten, manche auch bloß in Teilzeit – > Kündigung des Jugend in der Ausbildung oder nach der Prüfung
  • die DB gehört zu 100 % dem deutschen Staat und dieser Staat will den Schienenverkehr verdoppeln – > blöd nur, dass die Manager vom DB Konzern, die vom deutschen Staat bezahlt werden, entweder zu unfähig sind oder mit Absicht dieses Ziel torpedieren.

Man will zunächst freiwillig (für alte Lokführer) und ab 1.10.2024 verpflichtend für NEUE Lokführer vorschreiben, dass sie bis zu 144 Stunden auf Arbeit bleiben MÜSSEN.

Dafür gibt es 750 Euro extra.

Dazu muss man wissen:

Ich bin ca. 5 Tage die Woche auf Arbeit und dabei 8 oder höchstens 12 Stunden unterwegs. Dazu gibt es die steuerfreie Aufwandsentschädigung, die Samstagsarbeit von 13 – 20 Uhr (steuerpflichtig), die Nachtarbeit steuerfrei von 20 bis 6 Uhr und die steuerfreie Sonntagsarbeit bzw. am gesetzlichen Feiertag von 0 – 24 Uhr. Ich bekomme im Schnitt pro Monat ca. 500 bis 550 Euro (teilweise) steuerfrei zum Gehalt. Das macht dann fast 1 / 6 vom Nettolohn zusätzlich aus. Im Normalfall schlafe ich täglich im eigenen Bett.

Unter diesen Bedingungen wird die Bahn keine junge Menschen – mit klarem Verstand – als Junglokführer gewinnen – > das ist ABER der Plan.

Fazit: Der Staat will – entgegen seiner Ankündigung – keinen Güterverkehr mehr mit seiner 100 % Tochter durchführen. Durch die völlig inakzeptablen Bedingungen für junge Menschen, soll dem Beruf des Lokführers bei Cargo das Genick gebrochen werden und durch die natürliche Alterung (2019 Durchschnittsalter ca. 47 Jahre) …

… das leidige Problem der Güterzüge der Garaus gemacht werden.


5 Gedanken zu “Deutschland hat keine Lust mehr auf Güterzüge

  1. Ich wünsche Dir schönen guten morgen lieber Jens nach Deiner Spätschicht.
    Dein Bericht über die DB Cargo und die Lokführer hört sich überhaupt nicht gut an für die Deutsche Bahn.Da werden die Probleme offenbar noch größer werden. Du bist vom Altersdurchschnitt auch schon drüber und die Zeit eilt davon und irgendwann gehst auch Du in Pension,wenn es im Moment auch noch dauert. Man wird schneller alt ,als man denkt.
    Ich wünsche Dir trotz Arbeit einen angenehmen Tag, bzw. was davon übrig bleibt.
    Liebe Grüße Ursel

  2. Lieber Jens,
    das hast du alles sehr gut auf den Punkt gebracht, wo es hapert, es fehlen mir wirklich die Worte für solch eine schlechte Unternehmensführung, und das passiert mir eigentlich selten. Mit den 750,– € steuerpflichtig lockt man doch keinen Hund hinterm Ofen vor! 😠 Chancen mal wieder vollständig vertan und in den Sand gesetzt! Ich hab immer mehr das Gefühl, die DB ist lediglich noch ein Unternehmen, in dem man als vollständig unfähiger Manager oder Berufler sonstiger ähnlicher Coleur so richtig Reibach machen kann auf Kosten der dort arbeitenden Menschen und auf Kosten eines Klimaschutzes, der durch diese „Denke“ bereits im Ansatz torpediert wird! Unfaßbar!
    Dir wünsche ich trotz allem einen schönen Abend, liebe Grüße
    Monika.

    1. Liebe Monika!
      Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schieneng%C3%BCterverkehr

      Seit dem 2. Weltkrieg hat der Güterverkehr im Westen und seit 1990 auch im Osten nie eine Chance gehabt.
      Es wird über die Bundespolitik nichts unternommen, um Güterzüge als eine attraktive Alternative zum Straßenverkehr zu stärken.
      Jede Bemühung zunächst als Deutsche Bundesbahn und später als Deutsche Bahn AG, den Güterverkehr zu stärken, ist eine Verarsc…XXX der Mitarbeiter, der Wähler und letztendlich des Steuerzahlers.

      Zum Glück ist der DB Konzern jetzt in der Lage, die Reste des Güterschienenverkehrs in Deutschland mit der Pensionierung des Personals endgültig zu den Akten zu legen.

      Mit S 21 plant man ähnliches mit dem Personennahverkehr.
      Die S-Bahn Stuttgart ist jetzt schon ohne täglichen Bus-Schienenersatzverkehr undenkbar.

      Ich wünsche Dir einen angenehmen Sonntag.
      Liebe Grüße Jens

      1. Lieber Jens,
        da kann ich dir nur zustimmen, daß der Güterverkehr hier nie eine wirkliche Chance hatte, und ganz sicher waren auch da wieder Lobbyisten mit am Werk! Da wird dann der Straßenverkehr bevorzugt mit den sattsam bekannten Folgen! Wie dämlich! Und heute noch mehr denn je, im Zeichen von Klimawandel und dem nötigen Klimaschutz! Da bezeichnest du die „Bemühungen“ seitens der DB wahrlich zu recht als Verarsche!
        Es ist wirklich unsäglich, was da alles systematisch zugrunde gerichtet wird! Ich denke, das ist sowohl als auch, Unfähigkeit und Absicht!
        Nun also auch noch der Personennahverkehr, da sieht es hier in meinem Bundesland auch nicht besser aus!
        Danke für den Link!
        Dankeschön, mach ich mir jetzt, und wünsche dir noch einen schönen Sonntagabend und falls du noch Schicht hast, eine ruhige, liebe Grüße
        Monika.

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