Die Bahn AG im Focus.online 21.8.´24

Wie man auf Focus.online lesen kann …

Der Artikel ist fast perfekt, auf den Punkt gebracht und zeigt, dass jegliches Geschwätz aus Politik und Vorstand rein gar nix wert sind.

Du hast das Gefühl, bei einer Firma zu arbeiten, die in der Abwicklung ist. Du fährst durchs Land, du siehst überall die rausgerissenen Gleise, die versifften, zugenagelten Bahnhöfe, du musst ständig abbremsen, weil so viel marode ist. Du erlebst, wie das System zusammenbricht. Das kann dich schon krank machen. Wir fahren auf der letzten Rille. Ich sehne mich jeden Tag nach meiner Rente.

Kann ich unterschreiben. Nicht mein Zitat – trotzdem auf den Punkt.

Vor ein paar Jahren sagte ich: Diese Bahn ist kaum mehr zu reparieren. Heute sage ich: Diese Bahn ist irreparabel. Sie hat den Kipppunkt zur Rettung überschritten.

Seit der Privatisierung der Deutschen Bundesbahn wurde der Schienenverkehr genutzt, um völlig inkompetenten Leuten aus Politik oder Wirtschaft einen schönen Lebensabend zu organisieren. Sogar mein Mittelboss war ein Dummschwätzer, der mir mit seiner Paragraphenreiterei das Arbeiten zur Hölle machte, mich wochenlang auf die „Tribüne setzte“ und jeden Tag für meine Abwesenheit 125 Euro PRO TAG – für Ersatzlokführer – bezahlen ließ (Rechnung Kasse Steuerzahler), um mir mit seinem persönlichen Hass zu zeigen, wer hier der Boss ist – im Paradies DB AG.

Dumm nur, dass dieser Versager selber kaltgestellt wurde und für den Rest seiner „beruflichen“ Tätigkeit zu Hause sitzen muss, niemanden mehr mobben kann – bei vollen Bezügen, bis er mit erreichen der Pension jeden auslacht, der im Leben gearbeitet hat.


8 Gedanken zu “Die Bahn AG im Focus.online 21.8.´24

  1. Deinen Unmut kann ich sehr gut nachvollziehen, lieber Jens.
    Für mich steht „die Bahn“ sinnbildlich für die Zustände in unserem Land.

    Ich selbst bin im Immobilienbereich tätig und habe dadurch mit Leuten in vielen anderen Branchen zu tun, überall katastrophale Zustände in den meisten Bereichen.

    Nun fahre ich zu gern Zug und bin bestimmt kein Feind „der Bahn“.
    Anbei mein Erlebnis bei meiner letzten Fahrt nach Karlsruhe.

    Hinfahrt – NUE – KA
    Einwandfrei – IC sehr sauber, schwach bis mittelmäßig ausgelastet – In Stuttgart gab es kleine Probleme – Verspätung ca. 6 Minuten – Für mich eine einwandfreie Fahrt

    Rückfahrt – KA – NUE
    Fast einwandfrei – IC – sehr sauber – mittelmäßig ausgelastet – Abfahrt 2 Minute Verspätung (Bahngäste haben sich in den Türen gestellt, damit der Rest der Mischpoke noch mitfahren kann)
    Zufälligerweise stand die Bahnmitarbeiterin bei mir, die bekam prompt einen Anruf und musste sich erklären, warum der Zug zwei Minuten später abfuhr.
    Soweit so gut. In Mühlacker stand der Zug auf einmal es ging nicht weiter. Die Meldung ließ nicht lange auf sich warten, Gleisbruch zwischen Vaihingen und Stuttgart. Alle Bahngäste die nicht Richtung Crailsheim und weiter fuhren mussten aussteigen. Verspätung nach Nürnberg 15 Minuten, vertretbar.

    Es ist nur so, egal wann und wohin ich fahre, es ist immer irgendwas.
    Und die Geschichte über die Erstattung von meinen vier Tickets aus Dezember, wo bis jetzt immer noch eins offen ist, die willst du gar nicht wissen.

    Letztendlich tun mir alle MA der Bahn an der Front so leid, weil ihr euer Bestes gibt und das ja alles ab bekommt.

    Ich gebe die Hoffnung nicht auf, vielleicht wird es zumindest in kleinen Schritten Stück für Stück besser.

    Danke für deinen Einsatz bei der Bahn und verzeihe mir meinen großen Roman hier in deinem Blog.

    Liebe Grüße
    Manuela

    1. Liebe Manuela!
      Vielen Dank für Deinen informativen und freundlichen Kommentar.
      Leider muss ich Dir die Hoffnung nehmen, dass es Schritt für Schritt besser wird.

      Im Moment sieht es so aus, dass die jüngeren, motivierten, gebildeten Menschen, die zur Bahn kommen, kurz nach der Prüfung kündigen, um bei konkurrierenden Unternehmen – zu besseren Konditionen – als Lokführer weiterzuarbeiten.
      Eine ähnliche Situation ist in Altersheimen – im Bezug auf Pflegekräften – zu beobachten.

      Das bedeutet, die DB AG leiht nun von diesen konkurrierenden Firmen diese Lokführer aus, um irgendwie die Züge zu besetzen.

      Da kostet Unsummen, da diese Lokführer

      – erstens besser verdienen (als DB – Mitarbeiter)
      – zweitens die Leihfirmen am Deal mit der Bahn eine beliebige Gewinnspanne reinrechnen

      Unterm Strich kostet das die Bahn jeglichen Gewinn und macht die Züge unwirtschaftlich.

      Kommen wir mal zum Punkt.
      Im Bereich Regionalverkehr BaWü ist die DB AG in keiner Weise mehr in der Lage, die Verträge mit dem Bundesland und den Landkreise – mit EIGENEN Personal – zu erfüllen.
      Obwohl viele teure Leih-Lokführer aushelfen, fallen täglich Züge aus …

      Aber es kommt noch „BESSER“ …
      Die Geburtenstarken Jahrgänge gehen in naher Zukunft in Rente bzw. Pension – damit wird das System DB AG – wie wir es kennen – implodieren.

      Die konkurrierenden Firmen sind NICHT und auch nur ansatzweise in der Lage – egal zu welchen Preis – da noch „auszuhelfen“, egal zu welchen Lohnkosten.

      Der Zugverkehr wird dann – auf modernisierten Gleis – zusammenbrechen …

      Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
      Liebe Grüße Jens

      PS: Mein Mittelboss hat übrigens zu jedem Kollegen von mir gesagt, der (berechtigte oder unberechtigte) Kritik zu den Arbeitsbedingungen geäußert hat, DANN GEH DOCH ‼️

      Leider wurde er ERST voriges Jahr selber gegangen …

      Volle Bezüge bis zu Pension und volle Pension – natürlich inklusive 👍

      1. Das hört sich alles nicht so gut an, lieber Jens.
        Wir sind in schwere Zeiten und sie werden noch härter.

        Und wie immer ka**t der Teufel auf den größten Haufen.

        Merci, Dir auch ein schönes Wochenende und liebe Grüße zurück Manuela

  2. Lieber Jens,
    ich fahre ja auch eigentlich wirklich gerne Bahn aber hab da auch schon meine diversen, hanebüchenen Erlebnisse gehabt, an denen aber nicht die Bahnbediensteten die Schuld trugen. Eigentlich ein hervorragendes Verkehrsmittel der Zukunft, und was macht Politik und Vorstand der Bahn: Richtet sie mutwillig zugrunde, ich kann mich mit deinen Ausführungen wirklich voll und ganz solidarisieren! 👍 Die Privatisierung war der Anfang vom Ende, denn wenn einmal irgendein Haufen gieriger Schmarotzer merkt, wieviel Geld man da scheffeln kann ohne Einsatz, Ahnung, Arbeit und Kompetenz, geht es mit einem ehemals Vorzeigebetrieb rasant bergab! Ist den „Herren“ (und wahrscheinlich auch „Damen“) natürlich völlig latte, denn sie haben ihr Ziel erreicht: Rendite ohne Ende! 💰
    Die feine Dampflok ist geradezu ein Sinnbild dieser maroden „Wirtschafterei“, denn sie zeigt, wie gut es früher einmal war und das hat beileibe nichts mit Nostalgie zu tun, mein Großvater war Lokführer auf solchen Loks, stolz auf seinen Beruf und seinen Arbeitgeber, was er zu der Zeit auch sein konnte und durfte!
    Trotz allem Frust wünsche ich dir einen schönen Abend, liebe Grüße
    Monika.

    1. Liebe Monika!
      Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar.
      Wie ich schon Manuela schrieb, sind die eher jüngeren und gescheiten Mitarbeiter, die Stolz auf ihren Beruf sind, durch Kündigung bei der DB AG schon in konkurrierenden Unternehmen als Lokführer untergekommen. Sie sind mehr stolz auf ihren Beruf, als viele DB-Mitarbeiter, die ihre Tage bis zur Rente bzw. Pension nur noch aussitzen.

      Erstaunlicherweise ist der Stolz auf die Firma – innerhalb der DB AG – umso größer, umso höher die Person in der Führungsriege „integriert“ ist bzw. das Monatsgehalt ist.

      Meistens sind das die Leute, die von Mo bis Fr von 8 bis 16 Uhr arbeiten.
      Diese Leute werden gerne im TV oder Presse als Mitarbeiter an der „unteren“ Basis präsentiert und mit Worten in dem Mund versehen, die echten Mitarbeiter zum Würgen verleiten.

      Mit dem Weggang der geburtenstarken Jahrgänge, wird die Bahn – wie wir sie kennen und lieben – implodieren.

      Keine Leihfirma ist in der Lage – egal zu welchen Lohnkosten – der DB AG genug Opfer zu präsentieren, die den Zugverkehr in der heutigen Situation aufrechterhalten können.

      Vielleicht haben wir in 10 Jahren wundervolle, neue Gleise – leider haben wir dann massive Probleme die Züge zu besetzen.
      Wenn ich in Pension gehe, gibt es entweder KI-automatisierte Züge oder selbstfahrende Autos …

      bei den Fähigkeiten meiner Oberbosse tippe ich auf Autos.

      Ich wünsche Dir eine gute Nacht und ein wunderbares Wochenende.
      Liebe Grüße Jens

      1. Lieber Jens,
        danke für deine Ausführungen, auch bei Manuela, kann ich dir nur zustimmen!
        Und ich fürchte, du hast so recht bei der Aussage, daß bei den Fähigkeiten deiner Oberbosse wohl das Auto den Sieg davon tragen wird, das hat ja auch die größere Lobby! Individualverkehr, bis alles zusammenbricht, getreu dem alten Slogan „freie Fahrt für freie Bürger“, naja, im derzeit schon mehr stehenden Individualverkehr wohl eher dann freies stehen statt fahren! 🙄
        Dankeschön, wünsche ich dir auch, ein wunderbares Wochenende, liebe Grüße
        Monika.

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